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Der Auftraggeber

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Wort der Woche - KW 49 | 2015

Es stellt sich immer und grundsätzlich zuerst die Frage, wer ist unser Auftraggeber, wenn wir das Wort Gottes verkündigen? In wessen Auftrag handeln wir?

Wenn diese Frage geklärt ist, dann ist in aller Regel auch klar, wer uns bezahlt. Wer anschafft, der zahlt! Oder, anders herum: wer zahlt, schafft an!

Der Apostel Paulus hat uns zu diesen Fragen inspiriert, indem er folgende Mahnung an Timotheus und alle Brüder schreibt:

Dies lehre und dazu ermahne!

1 Tim 6,3 „Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die dem Glauben gemäß ist,

4 der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern hat die Seuche der Fragen und Wortgefechte. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn,

5 Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit sei ein Gewerbe.

 

6 Die Frömmigkeit aber ist ein großer Gewinn für den, der sich genügen lässt.

7 Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen.

8 Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

9 Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte undschädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.

10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“

Paulus bringt es hier wieder einmal geistlich brillant auf den Punkt, indem er es gleich so bezeichnet, was es ja auch tatsächlich ist: ein „Frömmigkeits-Gewerbe“.

Verstehen wir diese ernste Warnung unseres HERRN und Heilandes Jesus Christus durch seinen Apostel? Aber warum ist diese Warnung so scharf formuliert?

Weil es ganz klar ist, dass, wenn wir für die Verkündigung  unseren Lohn oder Einkommen von Menschen bekommen, dann werden wir uns nach diesen Menschen richten müssen. Die nächste Frage ist dann aber, ob wir in so einem Falle wirklich den Auftrag Gottes erfüllen können, nämlich seine Wahrheit zu verkündigen, ob es den Menschen passt oder nicht!

Nur wenn wir unseren Lohn von unserem wahren Auftraggeber, von dem allmächtigen Gott und unserem HERRN Jesus Christus erhalten, werden wir den Mut haben, die Wahrheit des Wortes Gottes in seiner ganzen Fülle zu verkündigen; werden die Menschen zur Buße und Heiligung aufrufen und auch Korrektur geben, wenn es nötig ist.

1.Kor 9,16-18 16 „Denn dass ich das Evangelium predige, dessen darf ich mich nicht rühmen; denn ich muss es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!

17 Täte ich's aus eigenem Willen, so erhielte ich Lohn. Tue ich's aber nicht aus eigenem Willen (im Auftrag Gottes), so ist mir doch das Amt anvertraut.

18 Was ist denn nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium predige ohne Entgelt und von meinem Recht am Evangelium nicht Gebrauch mache.“

Paulus weiß ganz genau, dass immer dann, wenn er das Evangelium für Geld verkündigt, er seinen Lohn schon erhalten hat und von Gott dafür nichts mehr erwarten kann. Und zudem gilt: jeder Gewerbetreibende muss sich an den Ansprüchen und Erwartungshaltungen seiner Kundschaft orientieren. Das heißt, er wird das reden, was diejenigen hören wollen, die ihn bezahlen. Dann ist er ein „Mietling“ sagt unser Herr Jesus!

Joh 10, 11. „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

  1. Wer Mietling und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht zu eigen hat, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf raubt und zerstreut sie -
  2. weil er ein Mietling ist und sich um die Schafe nicht kümmert.“

Paulus sagt es in seiner besonderen Art so:

Gal 1,10. „Denn rede ich jetzt Menschen zuliebe oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen?Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht.“

Liebe Geschwister, nur wenn wir uns ausschließlich von Gott abhängig sehen und uns nicht von der Gemeinde bezahlen lassen, haben wir die Freiheit, den ganzen Ratschluss Gottes kundzutun, so wie ER es uns aufs Herz legt und die uns anvertrauten Menschen in die Mündigkeit führen.

Anderenfalls würden wir uns bemühen, dass die Menschen unmündige Konsumchristen bleiben, damit wir unser Frömmigkeitsgewerbe ohne Konkurrenz weiter betreiben können.  

Die Frage, die durch Außenstehende in aller Regel als erstes gestellt wird, ist: „Wodurch unterscheidet Ihr Euch von den etablierten Kirchen oder Gemeinden?“

Und das, was wir oben ausgeführt haben, ist unsere Antwort darauf. Wir sind keine Frömmigkeitsgewerbetreibende!

Die hat ja unser Herr bekannter Weise höchstpersönlich aus dem Tempel gejagt. Amen!

Gottes reichen Segen und viel Perspektive, Zuversicht und Mut.

Reinhold Thalhofer | Adnan Krikor

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