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Gott ist mit uns

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Wort der Woche - KW 52 | 2015

Warum hat Gott selbst bestimmt, dass Sein Sohn, der Mensch wurde, nicht Immanuel sondern Jesus heißen sollte?

Lk 1,30. „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen.“

Wir lesen in Mt 1,22-23. „Dies alles geschah aber, damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: "Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel nennen", was übersetzt ist: Gott mit uns.“

Matthäus hat hier Jes 7,14 zitiert. Nun trug Jesus offensichtlich nicht den Personennamen “Immanuel”, sondern “Jesus”. Ist dies also ein Widerspruch?

Matthäus zitiert Jesaja 7,14 aus zwei Gründen:

  1. um zu bestätigen, dass diese Verheißung in der Schwangerschaft Marias erfüllt ist und
  2. um zu bezeugen, dass in Jesus Christus „Gott mit uns“ ist.

Matthäus geht es nicht um einen Personennamen „Immanuel“, sondern um die Bedeutung dieses Namens: In Jesus ist Gott mit uns.

ER ist mit uns, denn sein Geist wohnt in uns. Somit ist ER mit uns in unserem Mensch sein, in unseren Nöten, in unseren Fragen, in unseren Ängsten, in unserem Leid und sogar in unserer Schuld.Gott ist mit uns – Gott ist ins uns– das feiern wir zu Weihnachten.

Interessant ist, dass dies auch am Ende des Evangeliums von Jesus selbst ausgesagt wird, als er sagt: „Siehe, ich bin bei euch (wörtlich: ich bin mit euch) alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20).

Liebe Geschwister, ist das nicht herrlich, dass Gott in Jesus Christus durch den Heiligen Geist in und mit uns ist? Wenn wir das wirklich glauben und für uns annehmen können, so ist es für uns nicht mehr von Bedeutung, wie unsere Umstände sind, um dankbar und damit glücklich zu sein, oder?

Jesus wurde irgendwo in einem Hinterhof geboren. In einem Gebäude. Zwischen Tieren und dem, was sie hinterließen. Eine schmuddelige alte Futterkiste war sein Kinderbett. Und zwei junge besorgte Menschen taten alles, um irgendwie diese ungastliche Atmosphäre so schön und warmherzig wie nur möglich zu gestalten. Jede Decke, jedes Tuch, Strohreste – alles nahmen sie, um dem Kind einen angemessenen Platz zu bereiten.

Worüber hatte Joseph, der nun neben der Krippe saß, nicht alles in den vergangenen Monaten nachgedacht? Verlassen wollte er Maria. Heimlich. Er war enttäuscht und frustriert, wollte beleidigt abhauen. Denn er war nicht der Vater, so viel stand fest. Aber Gott hatte damals zu ihm gesagt: „Fürchte dich nicht, Maria, deine Frau zu dir zu nehmen! Sie wird einen Sohn gebären und du solls tihn Jesus nennen“ (Matthäus 1,20-21). Joseph traf daraufhin eine Entscheidung: Er blieb bei seiner Frau. Gottes Reden nahm er sehr ernst.

Obwohl die Geschehnisse der Weihnachtsgeschichte gut zweitausend Jahre zurückliegen, ist diese Szene – Josephs Ringen, sein innerer Kampf – immer noch lebendig. Lebendig in uns, die wir manchmal vor Verantwortung davonlaufen wollen. Auch wir ringen, fragen, denken nach oder hadern, weil wir nicht wissen, was als Nächstes kommt.

Der Stall? Er ist längst abgerissen. Und auch das Kreuz, an dem Jesus sein Leben für uns gab, ist abgebaut. Doch wir dürfen wissen: Die Wirkung seines Handelns und die wichtige Botschaft sind unvermindert da! Das Kreuz wirft weiterhin seinen rettenden Schatten.

Jeder von uns kennt herausfordernde Situationen, verbunden mit Gedanken des „Ich will und kann nicht mehr – ich hau jetzt ab“. Doch in solchen Zeiten wird auch erlebbar, wie allgegenwärtig Jesus ist und wie er sagt: „Fürchte dich nicht – ich bin bei dir.“

Und wer zulässt, dass Jesus der HERR seines eigenen Lebens ist, der darf diese unbeschreibliche Größe und Nähe seines Retters und Heilandes erleben.

Gerade in scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten ist es wichtig zu wissen, dass uns der HERR Jesus nah ist. ER wohnt durch seinen Geist in uns und wir können mit IHM und unserem himmlischen Vater eins sein.

Wenn wir dies erkennen und erleben, ist dies immer wieder ein Moment des Staunens, des Innehaltens, voller Ehrfurcht und Dankbarkeit, wie damals an der Krippe.

Im Alltag gilt es, sich daran zu erinnern, sich gegenseitig zu ermutigen, aufzubauen und zu stärken – dass wir als Gottes Kinder im Schatten des Kreuzes stehen dürfen, im Zentrum des Königs aller Könige.

In der Familie, in der Gemeinde, im Beruf und in jeglicher Verantwortung. Wir dürfen genau dort - im Schatten des Allmächtigen - bleiben (Psalm 91). Denn das ist die Weihnachtsbotschaft: Gott ist mit uns! Überall!

Amen, Ihr Lieben und frohes Fest, in der Gewissheit, dass wir von IHM geliebt sind. Lasst uns diese Liebe an Weihnachten ganz besonders intensiv weiter geben.

Gottes reichen Segen und viel Perspektive, Zuversicht und Mut.

Reinhold Thalhofer | Adnan Krikor

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